am 19.08.2016 von Stefan Weidhaas

Vinzenz Geiger im Aufwind

Vinzenz Geiger

Nordischer Kombinierer aus Oberstdorf freut sich auf Sommer Grand-Prix und schon jetzt auf die Nordsiche Ski-WM 2021

Sein Stern ging im vergangenen Jahr auf beim Sommer Grand-Prix der Nordischen Kombinierer in seinem Geburtsort Oberstdorf. Im Windschatten vom Skiclub-Kameraden und achtfachen Sieger Johannes Rydzek erkämpfte sich Vinzenz Geiger einen tollen achten Platz. In diesem Heimrennen hatte der junge Athlet alles gegeben und riss im Ziel ausgepowert, aber überglücklich die Arme hoch. „Das war ein so cooles Erlebnis, vor heimischem Publikum und der tollen Kulisse“, schwärmt er noch ein Jahr später vom Wettkampf in Oberstdorf.

Von da ab ging es aufwärts in der jungen Sportlerkarriere. Hatte Geiger zuvor noch bei Heimcoach Thomas Müller trainiert, ging er nach dem Sommer Grand-Prix mit den Top-Kombinierern in die Vorbereitung auf den Winter. „Mit Leuten wie Eric Frenzel, Fabian Riessle und Johannes Rydzek zu trainieren, bringt einen schon noch ein Stück voran“, erzählt der 19-Jährige, der daheim oft mit Weltmeister Rydzek und dem nach Sonthofen gezogenen Oberbayern Jakob Lange im Trio unterwegs ist.
Der erste Start im Weltcup stand im finnischen Kuusamo auf dem Programm, fiel aber leider den widrigen Wetterverhältnisse dort oben zum Opfer. In Lillehammer jedoch war es endlich soweit. Geiger ging mit den weltbesten Kombinierern in zwei Wettbewerben an den Start und landete als 18. bzw. als 31. in den Rängen.

Inzwischen ist der Oberstdorfer offiziell in der Leistungsgruppe 1 A der deutschen Kombinierer angekommen, trainiert derweil unter Kai Bracht Skispringen, Kraft, Koordination, er radelt und holt sich Kondition auf Skirollern – das Sommerprogramm der Kombinierer ist vielfältig. Die Kombinierer seien sicher die „Königsdisziplin“ des Wintersports, meint Geiger. Sein Sommertraining kann er vorwiegend in der Heimat absolvieren. Er unternimmt Bergwanderungen ebenso gern wie ausgedehnte Touren mit dem Rennrad oder Mountainbike. Eine richtige „Lieblingsstrecke“ sei eigentlich nicht darunter. „Ich bin so gern zu Hause, da ist es überall schön“., sagt er und nennt dann doch nach kurzem Überlegen das Gaisalphorn mit dem tollen Blick zum Nebelhorn, Rubihorn, ins Tal und auf dem Gaisalpsee.

Dass er einmal bei den Kombinierern landen würde, war für den kleinen sportbegeisterten Vinzenz anfangs noch gar nicht sicher. Zunächst versuchte er sich im alpinen Skisport und im Fußball, mit acht Jahren dann das Skispringen und die Nordische Kombination. „Nach den ersten Erfolgen dort habe ich das Skifahren schließlich sein lassen“, erzählt der Oberstdorfer. Seine Leistungen m Springen und Laufen sieht er eher ausgeglichen. „Obwohl ich im Laufen wohl einen Tick besser bin als auf der Schanze“, räumt er ein.

Mit dem Start zum Sommer Grand-Prix in Oberwiesenthal Ende August hat Geiger die Möglichkeit, früh im Jahr seinen Leistungsstand einzuordnen. Spätestens bei den Wettbewerben in Oberstdorf vom 1. bis 3. September will er das Bestmögliche herausholen und erneut eine gute Leistung zeigen vor heimischen Publikum. Immerhin steht ein wichtiger Winter vor der Tür. Wie im letzten Jahr will Geiger bei der Junioren-WM, die in Park City stattfindet, Medaillen holen. „Damit hätte ich einen fixen Startplatz im Weltcup“ rechnet sich der Nachwuchsathlet aus. Der Weltcup-Winter beginnt Ende November wieder in Kuusamo und dort möchte sich Geiger etablieren.

Das ganz große Ziel aber hat der Abiturient, der im kommenden Jahr seinen Abschluss am Gertrud- von-le-Fort-Gymnasium machen wird, schon jetzt vor Augen. „Bei der Nordischen Ski-WM 2021 in der Heimat zu starten, ist eine Riesenmotivation“, versichert er. Spätestens bis dahin will er in der Elite angekommen sein. Lieber natürlich schon vorher.

Text: Elke Wiartalla